Es gibt soviel Mut auf der Welt:
Gleichmut, Hochmut, Wagemut, Anmut, Demut, Wehmut, Unmut, Übermut und auch den Mut der
Verzweiflung;
aber wo ist der Mut zum (S)ichinfragestellen?
Hier ein (extremes!) persönliches Beispiel:
Im Ich schlummerte kalter Stahl
Erinnerung daran war Qual,
war Schmerz, war Feuer ohne Ende,
gefühlsgebunden meine Hände.
Nicht Bilder, sondern Logiksprünge:
"Was passiert dann?" und solche Dinge
hinter der Stirn, im Kern "Ich muß"
bereiteten mir sehr Verdruß.
Die Kraft des Selbst - der beste Heiler
wenn's G'fühl im Fluß ist, nicht ein Weiler
lange hält's dich dann nicht mehr
Motivation, Lust, Antrieb sehr.
Die Wunde beginnt sich zu schließen
so geh ich, Gefühlspflänzchen gießen!
(15.4.2002)
Berührt? Gerührt? Angeekelt?: egonaut@web.de
Dies Gedicht war der Anfang. Auch wenn vieles rätselhaft bleibt - ich entwickle mich weiter, fort von meiner Kindheit. Das Leben ist auch so ein Irrland, und manchmal fehlt die Machete für das Gestrüpp, das den Weg blockiert. Auch, wenn es das Gestrüpp vor den eigenen Augen ist, und die Machete erst erfunden werden muß.
Noch bin ich anscheinend nicht mit weniger zufrieden - oder einem bequemeren einfacheren Leben. Die von mir wahrgenommene Umwelt weckt schmerzhafte Gedanken in mir, oder (andersrum gedacht) ich bin zu schlecht an sie angepaßt, um mich darin wohlzufühlen. Und ich will kein kopf- und gedankenloses Menschtier sein, sondern etwas an den Umständen ändern.
Wer immer dies liest - bewerte mich nicht nur hieran, aber auch. Auch meine Entwicklung geht weiter, und wer wachen Geistes durch das Leben geht, ist sich seiner Situation bewußt. Diese unbedingte Selbsterkenntnis-Bereitschaft ist für mich ein wichtiger Teil des Menschseins.